
Wie jedes Jahr kündigte sich bei uns in der Wohngruppe erneut die wohl stressigste Zeit vom Jahr an: Vertiefungsarbeiten verfassen. Für die Schule müssen alle Lernende eine Probe- bezw. Vertiefungsarbeit verfassen, wobei sie auf die Hilfe der Betreuungspersonen angewiesen sind. Deshalb verwandeln sich Spieleabende oder entspannte Marshmallow-Runden am Grill oft in arbeitsintensive und herausfordernde Abende. Jeder Lernende hat unterschiedliche Anforderungen, Themen und Wünsche, auf die wir individuell eingehen müssen. Wesentliche Elemente, die zusammen entwickelt werden, sind die Strukturierung der Arbeit sowie Motivation und Konzentration. Auch die Formatierung der Arbeiten spielt eine zentrale Rolle. Die Themen sind abwechslungsreich: Während einige über ihre Wohngemeinde schreiben, entwickeln andere in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsbereich kleine Möbelstücke oder stellen handgefertigte Schürzen her.
Wir übernehmen dabei weit mehr als nur Hilfestellungen beim Verfassen von Texten. Wir unterstützen bei der Strukturierung und Motivation und machen uns oft selbstständig mit verschiedenen Themen und Orten vertraut, um gezielte Begleitung bieten zu können. Es ist wichtig, dass wir stets im Blick haben, den Lernenden bestmöglich zu unterstützen, jedoch nur in dem Masse, das auch notwendig ist.
In diesem Jahr war besonders auffällig, dass die Vertiefungsarbeiten gestaffelt nacheinander durchgeführt wurden, was die intensive Phase zusätzlich verlängerte. Die schönste Belohnung am Ende dieser herausfordernden Zeit ist es jedoch stets, das Funkeln und den stolzen Ausdruck in den Augen der Lernenden zu sehen, wenn die Arbeit abgeschlossen ist und idealerweise eine gute Note dabei herausgekommen ist.
April 2026, Kerstin Muff

